Wachräumerin

Eine Geschichte

 Es ist eine Harry Potter Fanfiktion über ein Pärchen, dass es normalerweise garnicht geben könnte. Aber ich mag dieses Pärchen. Um wen es sich handelt, erfährt man am Ende der Geschichte.

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Sie waren kalt, zu kalt. Sie stand einfach nur dort, vor ihm und sah ihm in die Augen. Diese Augen, die ihr so viel gegeben haben. Diese Augen, die sie immer voller Liebe angesehen haben. Die Augen, die jetzt so kalt und leblos in ihre eigenen blickten.

"Was willst du hören? Dass ich dich geliebt habe? Dass ich glücklich mit dir war? Du warst nichts. Genauso wie alle anderen, warst du nur etwas, dass mir ein bisschen Spaß gemacht hat. Nichts wichtiges.", sprach er.

Und sie blickte ihm weiterhin in die Augen. Ebenso emotionlos, wie seine waren, blickte sie ihn an, versuchte irgendetwas zu entdecken.

"Du bist mir nicht wichtig. Das warst du nie und du wirst es niemals sein. Mir ist egal, ob du mich jetzt hasst oder ob du mir hinterherhäulst, weil mir egal ist, ob du mich geliebt hast, ob du es tust oder nicht.", fuhr er fort und immer noch blickte sie ihn einfach nur an.

"Du lügst.", flüsterte sie, nicht aus Unsicherheit oder Trauer, nein.

Sie war sich vollkommen sicher, dass er lügt, sie wusste, nein, sie spürte es.

"Och komm schon, glaubst du ehrlich, ich könnte dich lieben? Ich meine, sieh dich doch mal an. Glaubst du wirklich du wärst mir auch nur irgendwie wichtig?"

"Du hast schon immer gelogen.", sprach sie nun lauter und immer noch wand sie ihre Augen nicht ab.

"Man kapier's, ich will nichts von dir! Und ich wollte nie etwas von dir, ausser Sex, der auch nicht besonders gut war aber was tut man nicht alles. Fang jetzt bloß nicht an zu heulen, das kann ich garnicht ab!"

"Deine Lügen glaube ich nicht mehr. Ich glaube sie schon lange nicht mehr. Du hast immer gelogen, wenn du sagtest, du würdest mich lieben. Du hast gelogen.

Und jetzt, nach so vielen Jahren in denen wir uns nicht gesehen aber auch nicht Schluss gemacht haben, erzählst du mir, du würdest mich nicht lieben und ich wäre dir nicht wichtig. Wenn das so ist, warum bist du dann hier?

Dachtest du wirklich, ich wäre so blöd, dir deine Lügen zu glauben?" Erstaunen wich in seine Augen, als sie ihre Worte aussprach.

"Wenn es nicht stimmt, dass ich dich nicht leiden kann, was tu ich denn dann, hast du darauf auch 'ne schlaue Antwort?", sprach er und das emotionslose Gesicht war wieder perfekt.

"Du zeigst es nicht, nie. Wenn du lügst, zeigst du keinerlei Gefühle. Du hast einen Fehler gemacht. Du hast mich unterschätzt. Du hast mir gezeigt, wer du bist und wie du sein kannst.

Du zeigst keine Gefühle, momentan. Weil du mich wieder anlügst, wie du es immer getan hast. Weil du mich liebst.", erwiderte sie mit fester Stimme.

Er lachte, laut und gehässig, ein weiteres Zeichen für sie, dass er nicht die Wahrheit sprach. "Das glaubst du nicht im Ernst, oder? Das ist ja wirklich genial. Nur leider überhaupt nicht wahr.", lächelte er sie spöttisch an.



***



"Du bist einfach nicht gut für mich.", sprach sie nach ein paar vergangenen Minuten, "Ich glaube dir einfach nicht mehr. Solange du mir nicht beweisen kannst, dass ich mich irre, werde ich dir nicht glauben. Ich kenne dich, in dieser Hinsicht kannst du mir vertrauen.", widerlegte sie seine Antwort und brach gleichzeitig den Blickkontakt.

Ich soll dir beweisen, dass ich mich irre? Willst du wirklich hören, dass ich dich liebe? "Was ist mir dir? Hast du gelogen? Hast du mich geliebt? Tust du es noch immer?", versuchte er das Ruder umzudrehen.

"Ich lüge nicht. Nie. Ich habe dich geliebt. Immer. Ich tu es heute noch, ja." sprach sie so leise, dass es kaum jemand hören konnte, doch er hatte jedes Wort verstanden.



***



Wie kannst du wissen, dass ich nichts für dich gefühlt habe? Wie? "Ich weiß es eben.", sagte sie. Er sah sie mit großen Augen an, wunderte sich, ob er gerade gedacht oder geredet hatte und auch darauf antwortete sie: "Ich weiß immer noch was du denkst. Ich spüre es einfach. Das hab ich schon immer."

Und ohne dass er es wollte, musste er lächeln. Er blickte sie an, ihr Profil, weil sie immer noch in die Ferne sah. Sie ist erwachsen geworden, aber das waren wir alle. Nach zwanzig Jahren, in denen wir uns nie wieder gesehen, geschweige denn gelesen haben, hatte sie sich sehr verändert.

Ihr Haar fiel glatt und lang über ihre Schultern und immer wieder strich sie sich einzelne Strähnen, die vom Wind in ihr Gesicht geweht wurden, hinter's Ohr.



***



Die Dämmerung brach an und die beiden ungleichen Personen, standen sich immer noch gegenüber, hingen ihren eigenen Gedanken nach und blickten dabei auf das Schloss in dem sie ihre Kindheit, ihre Jugend, ihr Leben verbachten.

"Das Fest beginnt bald.", brach sie die Stille. "Du hast Recht.", sagte er und sah ihr dann nach langen Stunden, in denen sie nur hier standen, wieder in die Augen, die jetzt so voller Trauer und Enttäuschung waren.

Sie nickte und fügte hinzu: "Wir sollten reingehen. Es wird auch langsam kalt hier draußen und ich möchte nicht krank werden, bevor diese Woche überhaupt angefangen hat."

"Das meinte ich nicht. Ich lüge. Ich hab immer gelogen, das stimmt. Da hast du Recht. Aber ich hab dir niemals meine Gefühle vorgehäuchelt. Und ich sollte jetzt nicht damit anfangen."

Ihre Augen wurden groß und ihre Sicht verschwamm leicht, als sich Tränen bildeten, sie starrte ihn an und wusste nicht, was sie sagen sollte, deswegen blieb sie einfach weiterhin ruhig, versuchte ihre Tränen zurück zuhalten.

"Hermine...", fing er an und wurde gleich von dieser unterbrochen: "Nein! Sag es nicht! Sag es nie, niemals, hörst du?

Sprich es nicht aus, ich will es nicht hören, nicht von dir, nicht jetzt, nicht hier, nicht nach allem was passiert ist, niemals, verstanden?!", schrie sie ihm entgegen, während Tränen langsam ihr Gesicht hinunterliefen.

"Du hast mich schon zu sehr verletzt. Du hast mir das genommen, was ich am meisten brauchte. Und das schlimme ist, dass ich von dir nichts anderes zu erwarten hatte. Aber ich habe gehofft. Und jetzt habe ich keine Kraft mehr.", flüsterte sie unter Tränen und ging zum Schloss.

Der platinblonde Aristokrat blickte ihr nur ein paar Sekunden hinterher um dann auf sie zuzurennen und sie am Handgelenk zu packen. "Ich liebe dich! Und mir ist egal, ob du das niemals hören willst, weil ich dich geliebt habe, seit dem Weihnachtsball im vierten Schuljahr und dich immer lieben werde!", schrie er ihr fast entgegen.

"Draco...", hauchte sie und wurde kurz darauf in einen harten Kuss gezogen. Ihre Lippen pressten sich aneinander und je länger der Kuss anhielt, desto sanfter und gefühlvoller wurde er.

Nach kurzen Minuten, lösten sich die beiden voneinander, blickten sich tief in die Augen, nur um die Liebe, die sie beide momentan erfüllte, darin zu erkennen. So schnell ihr gieriger Kuss geendet hatte, so schnell fing ein neuer, leidenschaftlicherer und verlangender Kuss an.

Ihre Zungen schmiegten sich aneinander, als wären sie nie getrennt gewesen, als gehörten sie zusammen. Nach unzähligen Minuten und gefühlten Stunden, lösten sie sich abermals von einander, blickten sich in die Augen, betrachteten dann ihre mittlerweile ineinander verschlungenen Hände und setzen ihren Weg, gemeinsam, ins Schloss fort.
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